Sonntag, 2. Dezember 2012

Magic Diaries (1): Magische Sechzehn - Marliese AROLD

Drei Mädchen,
Quelle: mein Handy
drei magische Talente,
ein großes Geheimnis!

Victoria, Stella und Mary-Lou sind beste Freundinnen. Auf einmal steht ihre Welt Kopf. Victoria wacht plötzlich in der Zukunft auf, Stella experimentiert mit ihrer Gedankenkraft, und Mary-Lou? Ihr begegnet nachts niemand anderes als der Geist ihres toten Bruders. Sind die Mädchen verrückt geworden?











Victoria, Stella und Mary-Lou sind beste Freundinnen. Etwa zur gleichen Zeit bemerken alle drei merkwürdige Veränderungen an sich. Aber diese haben nichts mit den normalen pubertären Veränderungen zu tun, mit denen andere Sechzehnjährige sich herumschlagen. Nein, Stella kann  andere Menschen per Gedankenkraft kontrollieren, Victoria reist in der Zeit und Mary-Lou erscheint der Geist ihres toten Bruders Dorian.

Als Victoria ihren ersten Zeitsprung in die Zukunft  hat, hat Mary-Lous Schwarm einen Unfall. Zurück in der Gegenwart bringt Victoria M-L dazu, sich mit dem Schwarm zu verabreden, um den Unfall zu verhindern. Doch dann verunglückt M-L.

Das Buch ist sehr jugendlich gehalten, wirkt dabei jedoch nicht kindisch. Da die angestrebte Zielgruppe wohl etwa im selben Alter wie die drei Protagonistinnen ist – der Verlag führt die Bücher unter den Kinderbüchern –, stört mich das jedoch gar nicht.

Das Buch ist nicht zu flapsig geschrieben, gleichzeitig aber auch nicht zu förmlich. Es lässt sich schnell und leicht lesen. Leider gab es einige Punkte, die mir negativ aufgestoßen sind, bzw. die ich anders machen würde.

In meinem Beruf steht der Datenschutz an erster Stelle. Daher gingen bei mir alle Alarmglocken los, als Victorias Mutter, die als Chirurgin im städtischen Krankenhaus arbeitet, beim Frühstück vom schweren Verkehrsunfall mit lebensbedrohlichen Verletzungen des Schulkameraden erzählt. Das geht doch nicht!

Außerdem ist mir im ganzen Buch immer und immer wieder aufgefallen, wie wenig die angeblich besten Freundinnen doch voneinander wissen. Vielleicht war meine Kindheit anders, weil ich vom Land komme und meine Kindheit ja nun auch schon ein paar Jahre her ist, aber ich hätte gewusst, wenn eine meiner Freundinnen schon mal einen Bruder verloren hat. Und die Tatsache, dass Victoria und Stella M-Ls kleinen Bruder noch nie gesehen haben, ist auch total merkwürdig. Wie es scheint, kennen die Eltern die jeweils anderen Mädchen auch nicht wirklich. Das war bei mir ganz anders.

Dann ist mir ein Logikfehler aufgefallen. Und zwar reist Victoria gleich zu Beginn des Buches in die Zukunft. Dort sitzt sie dann am Frühstückstisch mit ihrer Mutter, die ihr Tattoo betrachtet und dabei definitiv nicht glücklich darüber ist. Als Vic sich in der Gegenwart dann das Tattoo stechen lässt, ist ihre Mutter total begeistert und spricht sogar davon, sich selbst eines stechen zu lassen. Außerdem ist Victoria gerade mal fünfzehn Jahre alt. Da müssen normalerweise die Erziehungsberechtigten unterschreiben. Wie kann es dann sein, dass die Mutter in der Zukunft mit dem Tattoo nicht einverstanden ist? Und generell, einmal findet sie es doof und beim nächsten Mal total super? Wer soll denn da mitkommen?

Außerdem erzählt Stefan M-L bei ihrem Date, dass man offene Motorräder erst mit 25 Jahren fahren darf. Mir als Motorradführerscheininhaberin kommt da die Galle hoch. Man darf den Motorradführerschein Klasse A mit 18 Jahren machen. Man darf dann allerdings nur beschränkt, also gedrosselte Maschinen, fahren. Nach zwei Jahren darf man dann offen fahren. Wenn man also seinen Führerschein Klasse A (beschränkt) mit 18 Jahren macht, darf man mit 20 Jahren schon offen fahren. Wenn man den Führerschein Klasse A mit 25 Jahren oder älter macht, darf man direkt offen fahren. Da hat Stefan also Unrecht. Diese Stelle findet man auf Seite 76.

Es gibt mehrere Stellen, die total realitätsfern sind, die ich auch mit meinem fünfundzwanzigjährigen Verstand (yay, ich darf offene Motorräder fahren -_-) nicht nachvollziehen kann. Ich will hier nicht alle Beispiele aufzählen, weil ich dann das ganze Buch bespoilern würde, aber es ist echt realitätsfern.
Das Buch ist mit 239 Seiten eher kurz gehalten. Vielleicht hätte man einige Stellen ein bisschen ausführlicher schreiben können. Der Geschichte hätten hundert weitere Seiten nicht unbedingt geschadet. Die Idee ist total super, die Umsetzung hat leider viele Mängel.

Optisch finde ich das Buch – wie schon in meinem Neuigkeitenpost geschrieben – gut. Es sieht sehr hübsch aus, beim Lesen der Geschichte hat man auch irgendwann einen „Aha“-Effekt, bei dem ich dachte „Aha, deswegen sieht das Buch so aus!“. Besonders schön ist auch der Buchrücken. Hier ist nämlich eine 1 eingeprägt. Man kann also die Bücher ohne Probleme in der richtigen Reihenfolge im Regal sortieren.

Quelle: mein Handy


Trotz der vielen Kritik würde ich das Buch trotzdem weiterempfehlen. Leserinnen von Schul-Fantasy – hier jedoch ohne Vampire – kommen hier auf ihre Kosten. Wer die o.g. Mängel überlesen kann, kann sich auf vergnügliche und kurzweilige Lesestunden freuen.

Ich vergebe trotz allem gute
3,5 von 5 Sternen

Ich danke Blogg dein Buch und dem arsEdition Verlag für die Bereitstellung des Buches! Nähere Infos und die Kaufmöglichkeit habt ihr hier.

Kommentare:

  1. Hey du Liebe

    Bei mir auf dem Blog läuft gerade eine Wanderbuchaktion, bei der man auch etwas gewinnen kann. Leider habe ich noch viel zu wenig Anmeldungen. Ich schicke das Buch erst los, wenn sich mindestens acht Leute bei mir gemeldet haben. Wenn es dich interessiert: hier findest du alle weiteren Infos:
    http://samtpfotenmitkrallen.blogspot.ch/2012/11/wanderbucher-und-ein-kleines-gewinnspiel.html

    Ganz liebe Grüsse
    Eponine

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  2. Die Rezension finde ich ziemlich gut. Hatte mich für das Buch auch beworben mich dann aber noch umentschieden. Das Cover sieht viel interessanter aus, als es ursprünglich abgebildet war - was die Logikfehler angeht, finde ich es toll das du das mit aufgeschrieben hast, so macht es viel mehr Spaß die Rezension zu lesen. (;

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