Montag, 27. August 2012

Kirschroter Sommer (1) - Carina BARTSCH

Quelle: Carinabartsch.de
Die erste Liebe vergisst man nicht … Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas Schwarz – der Mann mit den türkisgrünen Augen und die Verkörperung all dessen, wovor Mütter ihre Töchter warnen. Gut aussehend, charmant und mit einer Prise Arroganz raubt er Emely den letzten Nerv. Sie hasst ihn, aus tiefstem Herzen, und trotzdem ist da immer dieses Kribbeln in ihrem Bauch, sobald sie in seiner Nähe ist. Höchste Zeit die Handbremse zu ziehen, findet Emely, und lenkt ihre Aufmerksamkeit daher auf Luca, den anonymen E-Mail-Schreiber, der ihr mit sensiblen und romantischen Nachrichten die Zeit versüßt. Doch wer verbirgt sich hinter dem Mann ohne Gesicht? Und was steckt wirklich hinter Elyas‘ Absichten?

Ein junger, frecher Roman mit tiefen Gefühlen, cleverem Wortwitz und unerwarteten Wendungen. Ein Buch, das die Frage aufwirft, ob eine erloschene Flamme es wert ist, wieder entfacht zu werden. Schließlich weiß man bei einem Sprung nie, ob der Fall gehalten wird. Der viel versprechende erste  Titel der jungen Autorin Carina Bartsch. (Inhaltsangabe zu Beginn des E-Books)



Beim Lesen hatte ich bei jeder Erwähnung von Elyas den Schauspieler Elyas M’Barek vor Augen. Was ja bei dem Aussehen auch nicht schlimm ist (Elyas, wenn du das liest, melde dich ;) ).
Optisch hat unser Elyas hier allerdings wenig Gemeinsamkeit mit dem Schauspieler, aber sie sind ja beide hübsch.

Emely studiert in Berlin, ihre beste Freundin Alex  in München. Doch dann bricht Alex das Studium ab und beginnt einen neuen Studiengang in Berlin, an Emelys Universität. Sie zieht zu ihrem großen Bruder – Elyas. Emely wusste gar nicht, dass Elyas auch in Berlin lebt und studiert, allerdings an einer anderen Uni.

Durch die gemeinsame Wohnung laufen E+E sich nun regelmäßig über den Weg. Elyas hat Emely gegenüber immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Sie reagiert entsprechend genervt und kontert meist mit ähnlich flotten Aussagen. Im Laufe des Buches ändert sich allerdings die Art von Elyas‘ Sprüchen. Von Beleidigungen wechselt er nach und nach zu Komplimenten.

Emely dagegen ist nach wie vor eher abweisend. Sie versteht nicht, was Elyas mit seinen Sprüchen bezweckt und warum er sie nicht einfach in Ruhe lässt. Es gibt immer wieder Andeutungen über eine frühere Begebenheit, bei der Elyas sie sehr verletzt hat, ja, ihr sogar das Herz gebrochen hat. Diese Begebenheit wird zum Ende des Buches hin auch aufgeklärt, aber ich verrate natürlich nichts!

Ihren Frust baut Emely in ihren Mails mit Luca ab. Von dem bekommt sie eine Mail, in der er ihr schreibt, dass er zwar auch in Berlin, aber an einer anderen Uni studiert und dass er sie toll findet, sich aber nicht traut, sie anzusprechen. So entsteht nach ersten Zweifeln auf Emelys Seite eine Mail-Freundschaft und ein bisschen verknallt ist Emely dann doch schon. Zu einem Treffen kommt es aber nicht.

Vielleicht interpretiere ich zu viel in die Sache hinein, aber ich finde, dass es viele Hinweise gibt, dass Elyas und Luca dieselbe Person sind. Aufgelöst wird das Rätsel „Luca“ aber nicht.

Der Schreibstil von Carina ist locker, jugendlich und vor allem frech. Die Figuren wirken realistisch, die Beschreibungen sind super verständlich. Ich habe nicht oft ein richtiges Bild der Figuren vor Augen (Elyas M’Barek *sabber*), aber hier konnte ich mir z.B. den laufenden Meter Alexandra super vorstellen. 
Natürlich habe ich mir auch hier (E-Book sei Dank!) Lesezeichen an einige Stellen gesetzt. Hier mal eine kleine, spoiler-freie Auswahl:

„Emely.“ Sie (Alex) kniff ein Auge zu und musterte mich. „Du fängst doch nicht etwa wieder an, dir deine Komplexe einzureden?“
Ich hasste es, wenn sie „Komplexe“ sagte und das wusste sie ganz genau. Davon abgesehen hatte ich überhaupt keine. Ich würd es eher als zeitweilig auftretende und leichte Unsicherheiten bezeichnen. (Loc. 919)

Das, was er (Elyas) da mit seinen Augen tat, hatte die Grenze zum normalen Anschauen längst überschritten. Elyas sah mich nicht einfach nur an – Elyas blickfickte mich! (Loc. 3194)

Ich freue mich über eine charakterliche Weiterentwicklung bei allen Figuren. Sie lernen dazu, lernen vor allem aus ihren Fehlern, sie werden merklich erwachsener. Alle Figuren waren mir sympathisch, ich fand sie gut ausgearbeitet und auch die Nebenfiguren kommen dabei nicht zu kurz.

Am Ende des E-Books gibt es einen kurzen Einblick in den zweiten Teil (jippieh, mehr Emely-und-Elyas-Frotzeleien), der laut Autorenseite noch in diesem Jahr erscheinen wird (jaaaaaaaaaaaaaa).

Ich bin restlos begeistert von einem Liebesroman voller Irrungen und Wirrungen, Wortgefechten, Tränen, Lachern und viel, viel Liebe mit einem nicht ganz so gewohnten Ende. Ein absolut liebenswertes und lohnendes Buch.

Vielen Dank an die Autorin, Carina Bartsch, dass Sie mir dieses E-Book zur Verfügung gestellt hat. Ich würde ihr sogar nachträglich noch Geld dafür bezahlen (Carina, melde dich mit deiner Bankverbindung!!), so gut hat es mir gefallen.

5 von 5 Sternen

Kommentare:

  1. Du machst einem richtig Lust auf das Buch, will auch :D

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    1. Das Buch ist auch gut!! Leider nicht ganz billig, aber echt gut...

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    2. Ich habe es jetzt auch endlich gelesen (als eBook) und ich muss sagen es ist einfach total klasse!!!!!

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  3. Liebe Christina,

    wie du ausgerechnet auf Elyas M'Barek gekommen bist, ist mir ein Rätsel, haha. (Ich muss zugeben, dass ich mit dem Namen erst gar nichts anfangen konnte, aber das Gesicht war mir dann doch bekannt.) Das ist genau das Schöne am Lesen. Man kann sich alles so ausmalen, wie man es selbst möchte. Ich würde manchmal so gerne Mäuschen im Kopf verschiedener Leser spielen. In jedem Kopf sehen die Charaktere, die Wohnungen, die Umgebungen usw. anders aus. Eigentlich gibt es in jedem Kopf eine andere Version von Kirschroter Sommer. Das fasziniert mich irgendwie.

    Ich freue mich total, was du über meinen Roman geschrieben hast. Man merkt, dass du nicht nur gelesen, sondern auch mitgedacht hast, und da schlägt mein Autorenherz jedes Mal höher :') Mir ist Realitätsnähe und Bildlichkeit immer ein sehr großes Anliegen beim Schreiben. Deswegen freue ich mich über dieses Kompliment gleich doppelt.

    Interessant finde ich übrigens auch, welche Zitate du gewählt hast. Ja, die guten alten Komplexe, wer kennt sie nicht? Und haha, Elyas' Blick der "körperlichen Liebe" hat es dir auch angetan :')

    Ja, die Charaktere lernen aus ihren Fehlern und werden erwachsener. Das hast du sehr gut eingefangen in dem Absatz. Manchmal tritt man trotzdem in sein altes Verhaltensmuster zurück, aber die Hauptsache ist, dass man das erkennt und sich wieder heraus löst. Darum wird es auch im zweiten Teil ein Stückweit gehen. Allzu lange dauert es ja nicht mehr bis dahin :')

    Liebe Christina, ich freue mich wahnsinnig, dich als Leserin gewonnen zu haben und mindestens genauso sehr freue ich mich über diese zauberhafte Rezension. Es ist wirklich toll, so schöne Worte über das eigene Buch zu lesen und es ehrt mich wirklich sehr. Vielen Dank für die Mühe, die du dir mit der Rezension gemacht hast. Ich weiß es zu schätzen und würde sie sehr gerne auf meiner Homepage verlinken. Wäre das okay für dich? Wenn nicht, gib mir Bescheid :') (Hier ist der Link: http://carinabartsch.de/rezensionen-zu-kirschroter-sommer )

    Tausend Dank, meine Liebe! Auch für den sehr netten Kontakt :')
    Carina

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